Insel Brac - Geschichte

Übersicht

Über die Herkunft des Namens der Insel herrscht noch Unklarheit. Es wird vermutet, dass er vom illyrischen Brentos (Hirsch) herstammt, da er von den alten Griechen Elaphusa genannt wurde (Elaphos – Hirsch). Der aus Griechenland stammende römische Historiker Polybios wie auch Plinius der Ältere erwähnten sie als Brattia in ihren Schriften.
Die Insel ist auf der Karte des Claudius Ptolemäus aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. ebenso zu finden wie als Iñs. Brattia auf der Tabula Peutingeriana aus dem 4. Jahrhundert n. Chr.
Geschichte

Archäologische Ausgrabungen haben gezeigt, dass es schon in der Altsteinzeit auf Brač Menschen gab, die in Gemeinschaften lebten (Höhle Kopačina zwischen Supetar und Donji Humac). Verwunderlich ist, dass es keine weiteren Funde aus der Jungsteinzeit gibt. In der Bronze- und Eisenzeit wurde die Insel von den Illyrern bevölkert, die sich überwiegend im Inneren der Inseln ansiedelten. Viele ihrer Bauten sind noch heute erhalten (Rat in der Nähe von Ložišća, Velo Gra… in der Nähe von Selca und Koštilo bei Bol). [1]

Im 4. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Griechen viele Kolonien in Dalmatien (z. B. Issa – Insel Vis, Tragurion – Trogir, Epetium – Stobrec), aber auf der Insel Brač hat man bis heute keine Spuren aus dieser Zeit gefunden. Die Griechen sind anscheinend nur als Besucher gekommen, so vor allem im Hafen Vicja luka bei Ložišća, wo griechische Gegenstände gefunden wurden. Die Insel Brač lag auf dem Handelsweg zwischen der Insel Issa (Vis) und Salona auf dem Festland, und Vičja luka bildete einen Haltepunkt auf dieser Strecke. [1]

Nach zahlreichen Kämpfen brachen die Römer im Jahre 9 n. Christus den Widerstand der Delmaten. Die Provinz Dalmatien wurde gegründet. Ihre Hauptstadt war Salona. Die Insel Brač wurde nicht besiedelt, vermutlich weil Salona nicht weit entfernt war. Spuren der Römer hat man trotzdem überall gefunden (Villa Rusticae, Sammelbrunnen, Tiertränke, Oliven- und Weinpressen, Sarkophage, Reste der Anlegeplätze in Splitska, Bol, Lovrečina).
Nach der Zerstörung Salonas durch die Awaren und Slaven suchten viele Flüchtlinge auf der Insel Schutz. Kurz darauf begannen auch Slaven die Insel zu besiedeln. Saloniter gründeten die Siedlung Škrip. Politisch war die Insel ein Teil des Byzantinischen Reiches. [1]

Im 12. Jahrhundert wurde König Koloman von Ungarn durch ein Abkommen mit dem kroatischen Adel (pacta conventa) in Personalunion auch König von Kroatien. Die Insel Brač aber behielt die Unabhängigkeit bis 1268. Von da an bis 1357 stand die Insel unter der Regierung der Republik Venedig. Anschließend wurde sie ein Teil des Österreichisch-Ungarischen Reiches, behielt aber immer die kommunale Autonomie. Zwischen 1410 und 1420 gelang es den Venezianern, ganz Dalmatien mit Ausnahme der Republik Ragusa zu erobern. Die venezianische Herrschaft über die Insel Brač dauerte bis zum Jahr 1797. [1]

Nach dem Untergang der Republik Venedig stand die Insel unter der französischen Herrschaft (1805 – 1813). Nach dem Wiener Kongress 1814/1815 fiel ganz Dalmatien an Österreich-Ungarn zurück.
Während des Zweiten Weltkriegs Im Frühjahr 1941 besetzten Truppen des faschistischen Italien die Insel Brač. Ein Jahr später bildeten sich überall antifaschistische Gruppen der Volksbefreiung, die heftigen Widerstand leisteten. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen kulminierten in zahlreichen Hinrichtungen und dem Abbrennen der Orte Selca, Novo Selo, Gornji Humac, Pražnica, Pučišća, Dračevica und Bol, wobei in Selca ein großes Feuer wütete, das sogar in Liedern beschrieben wurde. [1]

Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 entwaffnete die Bevölkerung die Truppen und befreite die Insel Brač für ein paar Wochen bis zum Eintreffen der Ustaša im Oktober 1943. Im Frühjahr 1944 wurde die Insel von deutschen Truppen besetzt. Im selben Jahr eroberten jugoslawische Partisanen und Spezialkräfte der Alliierten die Insel Brač.
Brač heute lebt vor allem vom Tourismus, des Weiteren von der Fischerei und Landwirtschaft (insbesondere Wein und Oliven) und dem Abbau von hochwertigen Steinen. [1]

Durch starke Abwanderung in die ganze Welt, vor allem im 20. Jahrhundert, stehen heute viele Häuser leer. Seit dem Bau eines Flughafens bei Bol hofft man auf wirtschaftliche Stabilisierung. Bol gilt als das touristische Zentrum von Brač. In unmittelbarer Nähe des Ortes liegt das sogenannte Goldene Horn, das vielfach als der schönste Strand Kroatiens bezeichnet wird.
Die eindrucksvollsten Weinberge der Insel Brač befinden sich an ihren Südhängen oberhalb des Ortes Bol. Der Wein wird hier auf kleinen Terrassen angebaut. Der dunkelrote Bolski Plavac ist durch seine angenehme Bitterkeit und sein spezifisches Bouquet charakterisiert. [1]
Ausgrabungsstätte Mirje

Auf der dalmatinischen Insel Brac gibt es zahlteiche Sehenswürdigkeiten, deren Besuch von besonderem Interesse sind. Unweit des Dorfes Postira ist ein römisch-christliches Kleinod zu besichtigen: Mirje- eine archäologische Fundstätte. In römischer Zeit wurde an dieser Stelle eine villa rustica errichtet, deren Fundamente später als Ausgangspunkt für den Bau einer frühchristlichen Basilika dienten, die im 6. Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde. Die Kirche verfügte über einen Kreuzgang und war dem heiligen Stephanus geweiht. Um ihre Überreste herum wurde im Mittelalter ein Benediktinerkloster errichtet.
Aufgrund der Fülle an historischen Schichten an diesem Ort gilt er als eine der reichsten archäologischen Stätten der Insel Brac. Sie wurde entsprechend als Kulturerbe des Landes Kroatien geschützt.
Tipps:

Adresse:
Tourismusverband Bol (TZ)
Porat bolskih pomoraca b.b.
21420 Bol
Kroatien
Telefon: +38521635638
E-Mail: tz@bol.hr
Internet: www.bol.hr/de
Quellenhinweis:

1.: Die Informationen zur Insel Brač in Kroatien basieren auf dem Artikel Brac (Stand vom 09.10.2023) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz [34 KB]
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Die Fotos aus der Wikimedia Commons "St. Nikolaus Kirche in Milna; Aufgang zum Kloster Blaca; Kloster Blaca; (3 Fotos) - Autor: Argo Navis" - "Splitska - Blick auf die Uferstraße - oberhalb steht die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria; Ruinen der ehemaligen Klöster Draceva Luka und Dutic; (2 Fotos) - Autor: Falk2" - "Überreste einer Zisterne der antiken römischen Villa Rustica am Strand Zlatni rat - Autor: Marin0110" stehen unter der Creative Commons "Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0)" Lizenz.